Lowa Combat Boot GTX Testbericht

 

So unwichtig es manche Mitmenschen auch finden:
„Schuhe sind das Fundament jedes Menschen.“
(und der Spruch ist nicht geklaut)

 

Jegliche Diskussionen darüber, was passiert & wie schlecht drauf man ist, wenn der Schuh drückt, erübrigen sich weiterer Folge. Doch hatte ich einen ziemlichen Schreck bekommen wie das „Unboxing“ des Schuhs anstand:

Monolog */ Gott, ich muss verrückt sein, mir solche „Schischuhe“ zu kaufen /*

Der Erste Anblick dieser Böcke (im Österreichischen: „steifes, unkomfortables, nur unter Schmerzen tragbares Schuhwerk“) raubte mir doch den Atem. Ich wollte deutsche Markenqualität … und ich muss sagen, ich hab sie erhalten – nur halt das „First Viewing“ war verstörend – von der Größe her (Anm. Ich hab nur Größe UK 9).

Gut, nichtsdestotrotz, auspacken, auf den Tisch damit, angreifen, Schuhbänder rein (die sind so lang, damit kann man ein Auto abschleppen), ANFASSEN! – Das 2,6mm starke, absolut glattgegerbte Rindsleder füllt sich toll an. Und riecht wahrlich nach Kuh – ja, ich hab eine ganze Kuh an meinen Füßen.

Was mir auffällt, ist die Leichtgängigkeit der Schuhbänder. Die Schnürsenkel lassen sich perfekt einziehen und bieten durch die lose Schnürung mit den Ösen einen perfekt-sitzenden Halt des Fußes. Die Schuhspitze ist auffällig mit einer dicken Schicht Gummi vor Abrieb geschützt. Das Verstauen der Zunge ist mit ein wenig Übung die leichteste Aufgabe, denn sie ist bis über die 2. Öse von oben komplett mit dem Schuh vernäht und bietet somit eine sehr gute Wat-Tiefe.

Spätestens hat sich dies bezahlt gemacht, wie ich letztens in ein Bachbett gesprungen bin und mich gewundert habe, warum ich nach 20 cm immer keinen festen Boden unter dem Fuß hatte. Circa 25 cm Wassertiefe sind überhaupt kein Problem für diesen Schuh. Du kannst lange drin stehen, im Wasser, ganz lange. Nichts geht durch – Staubtrocken, selbst nach 20 Minuten am Stand.

Ich fasse zwar nicht gern irgendwo rein, aber auch schon alleine Haptik und die Lederqualität ist ein Traum. Rein mit der Hand – angenehm-weiches Leder im Innenraum – toll die Verarbeitung – natürlich mit Gore-Tex – ganz LOWA-like! Die Sohle ist rutschfest selbst unter Wasser und im nassen Zustand auf Steinen und auf geschälten Holzstämmen. Voll toll. Achja, und der Schuh ist auch Steigeisen fähig – nicht zu vergessen.

 

ANGST!
Angst hatte ich vorm ersten Tragen der „Böcke„. Ich rechnete mit Schmerzen, große, unerträgliche Schmerzen, Blasen, … und so weiter.

Aber NICHTS! GAR NICHTS! Keine Schmerzen, viel Platz im „Fußraum„, tollen Halt am Schaft, Freiraum am Vorfuß. Ich muss auch sagen, dass der erste Einsatz kein Leichter war: Revierbegehung 2h, Tanz mit der Motorsäge 1h und Arbeiten auf einer Leiter (Baumschnitt) bei 30 Grad Außentemperatur. Ich musste direkt meine Füße einer genaueren Begutachtung unterziehen – aber nein, keine Schmerzen, keine Ermüdungserscheinungen & KEINE BLASEN! Da würde sich jeder Rekrut bei einem 30 km-Marsch freuen (*die armen Hunde*).

„Geile Sache!“ (muss ich mal so anmerken)

Freilich ist der Schuh vielleicht nicht unbedingt für Leute geeignet die unter extremen Transpirationserscheinungen an den Füßen neigen – da ist evtl. das Schuhklima im Sommer etwas gestört. Hierzu ist das Leder etwas zu „stabil“ und zu dick. Die Entlüftung ist zwar traumhaft & extrem schnell trocknend aber da kann ich eher den LOWA Recon GTX empfehlen (Mein RotKreuz-Dienstschuh).

Mein Fazit: Toller Schuh, mit dem man alles machen kann. Keine Probleme beim Bücken, im Wasser, auf der Leiter, im Wald. Sehr leicht zu reinigen. (Mein Tipp: Ballistol)

Wer noch nicht Fan ist: http://www.facebook.com/lowa.at

4 Kommentare

  • Stefan 22. Oktober 2015 at 07:52

    Hallo Christoph, ein klasse Bericht! Seit dieser Woche kann ich diese Boots auch mein Eigen nennen. Ev. kannst Du mir eine Frage beantworten: Gestern habe ich eine kleine Wanderung in einem seichten Flussbett – max. Wassertiefe 10-15 cm – unternommen. Mein Fuß war danach komplett trocken. Bei Herausnahme der Innensohle war diese von unten leicht feucht und der Schuh selbst ebenfalls. Grund zur Besorgnis? Grüße aus Dortmund, Stefan

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    • Christoph Maier 22. Oktober 2015 at 07:55

      Hallo Stefan! Ist der Schuh evtl. undicht? Stelle ihn mal beschwert in ein Gefäß mit Wasser und prüfe nach. Ich kann problemlos in 10 cm tiefes Wasser steigen und eine Weile stehen bleiben ohne nass zu werden.

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  • Norbert Richter 9. Februar 2015 at 22:36

    Habe mich gefragt, wie Sie auf eine Wattiefe von 35 cm kommen. Die Schafthöhe dürfte allenfalls 24 cm betragen.

    Zweitens weiß ich zwar jetzt, dass Sie einen Lowa-Fuß haben. Bei mir ist das auch so; Lowa passt halt manchen Menschen und manchen anderen nicht. Wonach ich aber eigentlich gesucht habe, ist ein Vergleich der Lauf- und Abrolleigenschaften mit den übrigen Lowa-Task-Force-Modellen, z.B. Lowa Mountain Boot und Lowa Super Camp 2 und dergleichen. Das wäre fürs Wandern sehr wichtig. Die Modelle differieren nämlich im Sohlenaufbau.

    Ich gebe aber zu, dass Sie natürlich nicht alle anschaffen können, um sie zu vergleichen.

    Gruß:
    Norbert Richter

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    • Christoph Maier 11. Februar 2015 at 09:20

      Hallo Norbert. 35 cm sind natürlich etwas viel, da der Schuh nur 28 cm hoch ist. Danke fürs Aufmerksammachen. 25 cm sind es natürlich. Bezüglich den Leisten: Ich hatte bis jetzt 7 Paar LOWAs und sie passten mir in meiner Größe immer perfekt. Von den LOWA TF Modellen besitze ich noch den LOWA Recon GTX, dieser eher leichtere Stiefel ist von der Abrolleigenschaft etwas geschmeidiger, da er nicht so dickes Leder besitzt – er ist nicht so steif.

      Falls du etwas anschmiegsamere „Böcke“ suchst, nimm jene mit Gore-Tex-Inlays (Recon) oder jene mit höchstens 2,2mm dickem Glattleder (Elite Light), dann bist du auf der sicheren Seite.

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